Auswandern nach Thailand

 

 

Wer nach Thailand auswandert, sollte auch wissen, was ihn erwartet

Möchten Sie Ihren nächsten Lebensabschnitt in Thailand verbringen?

Planen sie in Thailand zu arbeiten?

Die Übersiedlung erfordert Wissen um die Lebenshaltungskosten, die Einreise- und Visabestimmungen, Daueraufenthalts- und Arbeitserlaubnis sowie Firmengründung und den Umgang mit lokalen Behörden und Botschaften. Wer sich im Vorfeld intensiv mit seinem „gelobten Land“ befasst und seine Zukunft detailliert plant, wird fern der Heimat (eher) entscheidende Fehler vermeiden. Wer sich nicht gleich finanziell oder persönlich das Genick brechen will, hat heute reichlich Möglichkeiten, sich im Internet, bei Beratungsstellen oder beim Lesen von Fachbüchern zu informieren. Immer mehr Ausländer suchen ihr privates und geschäftliches Glück in Thailand, verlassen ihre Heimat, leben in den Tropen mit einer Thai zusammen, investieren ihr Erspartes in Immobilien oder gründen ein Geschäft. Viel später erst stellt der zuvor unerfahrene Farang vielleicht fest, dass das Leben im Königreich nicht seinen Erwartungen und den Berichten in den Medien entspricht.

Wer nach Thailand auswandert, sollte wissen, was auf ihn zukommt. Dann wird er entscheidende Fehler vermeiden können und sich nicht gleich finanziell oder persönlich das Genick brechen

1. Machen Sie das Auswandern nach Thailand nicht von einer zwischenmenschlichen Beziehung abhängig. Liebe kann schnell erkalten, Routine und Gewohnheit lassen Sexualität nicht mehr spannend sein. Und Sie sollten damit rechnen, dass ihr(e) Thai- Partner/in ihnen eines Tages davonläuft (oder dass Sie die Trennung wollen).

2. Brechen Sie in ihrem Heimatland nicht alle Brücken ab, lassen Sie sich einen Rückweg offen. Falls möglich, planen Sie erst einmal einen Ausstieg auf Zeit. Verkaufen
Sie nicht gleich Ihre Immobilie, lösen Sie nicht ihre Bankkonten auf. Nach einem längeren Aufenthalt zur Probe werden Sie eher wissen, ob Thailand ihr gelobtes Land ist.

3. Kommen Sie mit einem ausreichenden Vermögen (nur auf Ihr persönliches Thai-Bankkonto deponieren ..); stellen Sie einen Finanzplan auf.
Das Preis-Leistungsverhältnis ist in Thailand im Vergleich zu Westeuropa hervorragend; wer aber teilweise auf europäischem Niveau leben möchte, braucht mehr Baht als angenommen

(Empfehlung: Einzelperson ab 50.000 Baht monatlich, Paar ab 70.000 Baht, Familie mit 2 Kinder ab 100.000 Baht). Das reicht zu einem guten/mittlerem Lebensstandart bei günstiger Mietwohnung/Haus.

Immer mehr Ausländer zieht es nach Thailand, nicht nur der Strände wegen. Sie wollen in den Tropen ein Geschäft eröffnen oder hier ihren Lebensabend verbringen, andere suchen eine neue Herausforderung.

4. Lassen Sie sich von den "Experten" in den Bars, von „guten“ Freunden sowie "hilfsbereiten" Landsleuten nicht gleich eine Immobilie oder eine Geschäftsbeteiligung aufschwatzen. Wer in Thailand lebt ist nicht gleichzeitig ein sachkundiger Experte in Real Estate - dazu gibt es seriöse Makler mit umfassender Marktkenntniss und eigenem RA für eine abgesicherte Abwicklung. Denken Sie immer daran, dass Sie als Ausländer kein Grundstück erwerben können. Lassen Sie sich vor dem Kauf einer Immobilie von einem verlässlichen Makler und Rechtsanwalt ausgiebig beraten, wie sie ihre Immobile erwerben und absichern können.

Sie können uns eine unverbindliche Frage per email senden, einen unbekannten Rechtsanwalt vor Ort konsultieren (Achtung: ein Notary-Office ist KEIN Notar..) oder unsere Empfehlung:

Offizielle Anwaltsliste der deutschen Botschaft in Bangkok

5. Sie können Ihr Geld problemlos in ein Geschäft investieren. Doch Sie werden in der Regel das Geschäft mit einem Ausländer und thailändischen Partnern eröffnen. Selbst wenn Sie zu 100 Prozent der Kapitalgeber sind und sich Managing Director (Geschäftsführer) nennen, werden Sie nur bis zu 49 Prozent der Geschäftsanteile halten. "Geschäftsbeiligungen" an Bars oder Restaurants können Sie meist gleich wieder abschreiben, nach einer gewissen Zeit in der Sie einmal die "neue Atmosphäre" schuppern durften.

6. Um hier arbeiten zu können, brauchen Sie eine Arbeitsgenehmigung (Work Permit). In den letzten Jahren ist es immer schwieriger geworden, dieses Dokument zu erhalten, die meisten Jobs sind ohnehin Thais vorbehalten. Und nur wenige Europäer finden eine gut bezahlte Stelle bei renommierten Unternehmen wie Siemens, Zürich-Versicherungen, Bayer, BMW oder Bilfinger-Berger. Wer ohne Genehmigung arbeitet, muss mit einer hohen Geldstrafe, Inhaftierung/Deportation und einer Einreisesperre für mind. 5  Jahre rechnen.

Stellenangebote der Hotellerie

7. Denken Sie intensiv darüber nach, ob Sie wirklich eine Bar eröffnen wollen. Sie könnten der x-Millonste Investor in Pattayas Nachtleben sein und müssten dann mit allen Problemen und Schwierigkeiten leben: Dass Ihnen das Lokal nicht gehört (sondern ihrer thailändischen Freundin oder Frau), dass die Kassiererin täglich Geld unterschlägt, dass Polizeibeamte kräftig abkassieren, dass Sie sieben Tage in der Woche vor dem Tresen auf dem Hocker sitzen und den Vortrinker spielen. Die Risiken, Alkoholiker zu werden, pleite zu gehen und sich in einigen Jahren von der Botschaft in Bangkok ein Flugticket in die Heimat zu erbetteln, sind mehr als nur gross.  Bei allen Träumen realistisch bleiben: Den Traum, das Leben und den Alltag zu geniessen unter tropischer Sonne, haben Millionen Auswanderungswillige weltweit.

8. Verlieren Sie ihre Zukunft nicht aus den Augen. Haben Sie ausreichend Geld für ihren Lebensabend? Reichen Rente und/oder das Angesparte? Sind Sie ausreichend krankenversichert? Schon ein einziger Krankenhausaufenthalt kann den finanziellen Ruin bedeuten. Nur 1 bis 2 thailändische Krankenkassen nehmen Ältere auf, die meisten Versicherer setzen Frauen und Männer ab 70. Lebensjahr vor die Tür, auch
schon vorher, wenn die Versicherung mehrfach in Anspruch genommen wird.

Empfehlung an Kranhäusern der deutschen Botschaft in Bangkok

9. Sie sind in diesem Land nur Gast. Die Einwanderungsbehörde (Immigration) kann Ihr Visum bei gegebenem Grund jederzeit widerrufen und Sie z.B. nach einer Straftat des Landes verweisen. Riskieren Sie kein „Overstay“ (Überziehung der Aufenthaltsgenehmigung) - werden Sie überprüft und ein Overstay wird festgestellt, wird vorausgesetzt, dass Se nicht die Absicht hatten das Land in dem gesetzten Zeitrahmen zu verlassen, und Sie werden inhaftiert und abgeschoben - im schlimmsten Fall. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie ein Touristen- (30 Tage), Non-Immigrant- (90 Tage), Jahres- oder Residenz-Visum haben/hatten.

10. Verlassen Sie sich nicht ausschliesslich auf ihre thailändische Partnerin bzw. ihren thailändischen Freund.
Wenn es sich um Grundstück, Haus, Geschäft und Bankkonten handelt berücksichtigen Sie, dass die Beziehung in die Brüche gehen kann. Vor einer Entscheidung zu einer Immobilie, einen Bankkonto auf "Thainamen", einem Autokauf auf "Thainamen" empfohlen sei die Empfehlung eines anerkannten Maklers oder Rechtsanwaltes. Ratschläge von "Hobby-Experten", wie gleichsprachige Trinkkumpane in der Bar oder geschäftstüchtige Gastwirte, sollte man mit Vorsicht geniessen.

Thailänder, die Ihnen irgendwie nahestehen, können Sie sehr schnell zu einem Entschluss treiben, doch per sofort einen Kauf ohne jedwelche Vorbereitung zu treffen. Solch ein kopfloses Vorgehen, ohne jedwelche solide Grundlage geht meistens (für den Geldgeber) schief.

11. Lernen Sie die Landessprache. In fast jeder Urlaubsregion des Landes gibt es eine oder mehrere Sprachschulen, die Ihnen gegen eine nicht allzu hohe Gebühr den Einstieg in die thailändische Sprache in Wort und Schrift einfacher machen. Sie erleichtern sich den Umgang mit Behörden, Mitarbeitern und lokalen Geschäftsfreunden, vor allem aber das Zusammenleben mit Partnerin bzw. Partner und insbesondere mit Ihren Mitmenschen einer bisher fremden Kultur und Denkweise.

12. Informieren Sie sich vor der Übersiedlung über dieses Land, seine Bevölkerung, die Kultur und die Gesetze. Nur so werden Sie die Lebensphilosophie und die Mentalität der Thais zu tolerieren lernen und ihre Gepflogenheiten beachten. Toleranz heisst: Rücksicht auf den anderen. Verständnis für den anderen. Jeden auf seine Weise leben lassen. Toleranz, die in zu vielen Farang-Thai-Beziehungen ein Fremdwort ist. Blutigen Anfängern werden Fehler sicherlich verziehen. Wer aber in Thailand sein privates und geschäftliches Glück finden möchte, sollte wissen, was ihn erwartet.

Bitte beachten: Die Hilfestellung der in Thailand lebenden Ausländer ist begrenzt - kaum jemand wird Ihnen auch in einem Notfall Geld borgen, Sie müssen für sich selbst sorgen können. Im Fall der Fälle eine mögliche Anlaufstelle: Deutscher Hilfverein Thailand e.V.

Wissenwert

Ausländer sollten mit einem Non-Immigrant-Visum und einem Internationalen Führerschein einreisen. Nur mit einem Non-Immigrant-Visum-O gibt’s das Jahresvisum, der Internationale Führerschein erleichtert die Ausstellung einer thailändischen Lizenz. Dieser Ausweis im Format einer Scheckkarte wird gelengentlich als Pass-Ersatz anerkannt.

Mit einer Thai verheiratete Ausländer können ein Jahresvisum beantragen, wenn sie mindestens 450.000 Baht auf dem Konto einer Bank haben oder eine monatliche Überweisung aus dem Ausland von 45.000 Baht nachweisen.

Ausländer ab dem 50. Lebensjahr können ein Jahresvisum beantragen, wenn sie mindestens 800.000 Baht auf dem Konto einer Bank haben oder eine monatliche Überweisung aus dem Ausland von 65.000 Baht nachweisen.


Ausländer, die einer legalen Beschäftigung nachgehen und ein Work Permit (Arbeitsgenehmigung) haben, können bei der Immigration ein Jahresvisum beantragen. Der Geldnachweis entfällt, weil der Antragsteller im Monat mindestens 50.000 Baht verdienen (und versteuern) muss.

 

Ausländer unter 50 Jahren oder ohne Kapitalnachweis können eine anerkannte Sprachschule besuchen und das EG-Visa (Education-Jahresvisum) eantragen. Ein Jahreskurs bei einer Sprachschule kostet ca. 28.000 Baht im Jahr, Sprachschulen gibt es in allen Urlaubsgebieten.

Empfehlung in Hua Hin: TLC   www.thailanguagecentre.org , befindet sich in dem selben Gebäude (3th Floor) wie unser Büro   Lagebeschreibung.

Wer kein Jahresvisum beantragen kann, dem bleiben nur das Transit-Visum (30 Tage Aufenthalt), das Tourist-Visum (60 Tage) oder das Non-Immigrant-Visum (90 Tage). Nach diesen Fristen gibt es bei der Immigration in der Regel gegen eine Gebühr (1.900 Baht) eine kurzfristige Verlängerung, dann aber muss der Ausländer ausreisen und sich im Ausland bei thailändischen Botschaften oder Konsulaten ein neues Visum besorgen. Einige Botschaften stellen auch ein Multiple-Entry-Visum aus, das zu mehreren Einreisen berechtigt.

Eine medizinische Versorgung ist in Thailand preiswert und in privaten Kliniken oft hochqualifiziert, trotzdem sollte bei einem längeren Aufenthalt eine Krankenversicherung abgeschlossen werden.

Die personenbezogene, eigenerworbene Rente wird bei einem im Ausland lebenden Rentner nicht gekürzt. Mit einer Kürzung müssen nur Bezieher nach dem „Fremdrentengesetz” rechnen. Darüber informiert die zuständige Versicherungsanstalt.

Änderungen der aktuellen Bestimmungen sind jederzeit möglich. Ebenso können geltende Gesetze von verschiedenen Ämtern unterschiedlich ausgelegt werden.